Band 44 - Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche

Kirche im Wandel - Rückbau, Umbau und Neubau kirchlicher Institutionen

Wie in anderen Bereichen der Gesellschaft geht auch bei den Kirchen die Zahl ihrer Mitglieder wie auch ihrer Aktiven, bei den Kirchen also der Gottesdienstbesucher, zurück. Neben pastoralen Fragen stellt sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch die Frage nach der Auslastung kirchlicher Ressourcen. Angesichts des hinzukommenden Rückgangs der Kirchensteuern hat in den beiden großen Kirchen ein Prozess von mehr oder weniger einschneidenden Strukturveränderungen begonnen.

 

Dazu gehören Konzentrationen und die Zusammenlegung von Rechtsträgern ebenso wie die vollständige Aufgabe oder die Ausgliederung kirchlicher Dienste und Einrichtungen und ihre Übertragung auf neue Träger.

 

Neben vielen Gemeinsamkeiten in der Analyse zeigen sich aber auch Unterschiede in der Herangehensweise zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche: Während in der evangelischen Kirche zahlreiche Impulse von der EKD ausgehen und es in der Folge etwa zu Zusammenschlüssen von Landeskirchen kommt, sind die Initiativen und Maßnahmen in der katholischen Kirche eher auf die diözesane Ebene beschränkt.

 

Mit dieser hochaktuellen Problematik befasste sich das 44. Essener Gespräch unter der Überschrift "Kirche im Wandel - Rückbau, Umbau und Neubau kirchlicher Institutionen".

 

In den Vorträgen wurden zunächst theologische Grundüberlegungen angestellt, bevor nach einer jeweiligen Bestandsaufnahme über den gegenwärtigen Stand der Umstrukturierung kirchen- und staatskirchenrechtliche Erwägungen aus der Perspektive der beiden großen Kirchen erfolgten.

 

Wesentliche Themen der Aussprache waren in theologischer Sicht die Bedeutung der Strukturen sowie die Rolle der Ehrenamtlichen und der hauptamtlichen Laienmitarbeiter. Die juristische Betrachtung bezog sich unter anderem auf die kirchlichen Organisationsformen und die Zukunftsfähigkeit des Parochialsystems.