Professor Dr. Heiner Marré

 

Neben seiner Verantwortung für die Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche war Professor Marré von 1976 bis zu seiner Pensionierung 1994 Justitiar des Bistums Essen. Darüber hinaus war Marré von 1965 bis 1968 Geschäftsführer der Kirchensteuerkommission der Deutschen Bischofskonferenz und von 1978 bis 1995 Geschäftsführer der Kommission für Staatskirchenrecht des Verbandes der Diözesen Deutschlands.

Ganz wesentlichen Anteil hatte Marré an der Gründung und der ersten Entwicklungsphase des Instituts für Staatskirchenrecht der Diözesen Deutschlands: Von 1970 bis bis zur Übernahme in die Trägerschaft des VDD 1974 nahm er gemeinsam mit Dr. Karl-Eugen Schlief, dem Justitiar des Bistums Münster, die treuhänderische Geschäftsführung des Instituts wahr. Außerdem war Marré von 1971 bis 1975 Mitglied der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland.

Seine Lehrtätigkeit führte Marré über die katholisch-theologische Fakultät in Paderborn und den Aufbaustudiengang „Lizentiat im kanonischen Recht“ an der katholisch-theologischen Fakultät in Münster schließlich im Wintersemester 1987/88 an die juristische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, die ihn am 9. Juli 1993 zum Honorarprofessor für Staatskirchenrecht und Kirchensteuerrecht ernannte.

 

>Veröffentlichungen

 

 

 

Am Rande des Fachgesprächs anlässlich des 80. Geburtstages von Professor Marré am 5. Juni 2009 in der Wolfsburg: Prof. Marré, Generalvikar Dr. Thönnes, Prof. Kirchhof, Dr. Schlagheck und Dr. Kämper (v.l.)
Am Rande des Fachgesprächs anlässlich des 80. Geburtstages von Professor Marré am 5. Juni 2009 in der Wolfsburg: Prof. Marré, Generalvikar Dr. Thönnes, Prof. Kirchhof, Dr. Schlagheck und Dr. Kämper (v.l.)

Nachruf auf Prof. Dr. Heiner Marré

(c) Pohl/present
(c) Pohl/present

Einen Monat nach dem Tod seines engsten Freundes und beruflichen Weggefährten Dr. Karl Eugen Schlief, dem langjährigen Justitiar des Bistums Münster, ist am frühen Morgen des 8. September 2014 der Begründer der „Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche“, Professor Dr. iur. Heiner Marré, im Alter von 85 Jahren verstorben. Am 13. September 2014 ist er in seiner Heimatstadt Gladbeck beigesetzt worden. „Als Staatskirchenrechtler und bundesweit anerkannter Experte im Kirchensteuerrecht hatte Marré nicht nur für die Kirche von Essen, sondern auch für die Kirche von Deutschland eine prägende Wirkung“, würdigte Dr. Burkhard Kämper, Marrés Nachfolger bei den „Essener Gesprächen“, den Verstorbenen.

 

Marré wurde am 23. April 1929 in Gladbeck geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1950 nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften in München und Bonn auf und begann 1961 seinen Dienst im Bischöflichen Generalvikariat des erst wenige Jahre zuvor gegründeten Ruhrbistums. Bis zum 30. April 1994 war Marré dort als Justitiar tätig. Sehr schnell machte er sich – weit über das Bistum Essen hinaus – einen Namen als ausgezeichneter Kenner des Staatskirchenrechts und des Kirchensteuerwesens in der Bundesrepublik Deutschland.

 

Ermuntert durch den ersten Bischof des Ruhrbistums, Franz Kardinal Hengsbach, und dessen Generalvikar Josef Krautscheidt, entwickelte Marré gemeinsam mit Professor Dr. Hans Maier und Dr. Paul Hoffacker die Idee einer regelmäßig stattfindenden Tagung für den Bereich Staat und Kirche. Im Frühjahr 1967 fand diese Tagung unter dem Titel „Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche“ erstmals statt. Die „Essener Gespräche“ sind seitdem zu einem festen Bestandteil in der staatskirchenrechtlichen Wissenschaft wie auch in der Öffentlichkeit und in der Kirche geworden. Bis in die letzten Tage vor seinem plötzlichen Tod nahm Marré mit großem Interesse Anteil an den Planungen für das im März des nächsten Jahres stattfindende 50. „Essener Gespräch“.

 

Marré brachte seine fachwissenschaftlichen Kenntnisse in zahllose Veranstaltungen, Vorträge und Gremien ein und war zudem als Dozent im Fach Staatskirchenrecht an unterschiedlichen Universitäten tätig. Unter anderem lehrte er an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, wo er im Juli 1993 zum Honorarprofessor ernannt wurde.